Modesünden der 80er Jahre
Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch nicht wenigen Menschen läuft bei dem Gedanken an die Mode der 80er Jahre ein kalter Schauer über den Rücken. Rückblickend betrachtet erscheint in der Tat vieles aus jener Zeit doch sehr absurd, um es heute noch mit gutem Gewissen tragen zu können. Die 80er Jahre waren einfach einen ordentlichen Tick zu schrill, zu bunt, zu übertrieben kitschig, um als nachahmenswert empfunden zu werden, lautet doch eine der heute gültigen Devisen, möglichst wenige Farben miteinander zu kombinieren, um ein harmonisches und unaufdringliches Erscheinungsbild zu gestalten. Auch im Hinblick auf den Schmuck geht man heutzutage sehr viel dezenter und dem Anschein nach qualitätsbewusster vor. Mit neonfarbenen Schweißbändern würde sich heute keiner mehr auf die Straße wagen.

Und dennoch erlebt die Mode der 80er Jahre nun gegen Ende des ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts eine kleine Wiedergeburt, auch wenn vieles aus dieser einst so turbulenten Zeit verständlicherweise nur ansatzweise in das Programm der Kleidungsproduzenten aufgenommen wurde. Doch explizit die gesamten 80er Jahre nun als das Jahrzehnt des schlechten Geschmackes zu bezeichnen, entbehrt der Rechtfertigung. So wie jedes Jahrzehnt modisch gesehen auch seine guten Seiten hat, hat jedes Jahrzehnt auch seine Modesünden. Denn niemand weiß, wie einmal die nachfolgenden Generationen über die Mode heutiger Tage denken werden. Gründe zu lästern gibt es sicherlich genug, man denke nur an das Arschgeweih oder die bauchnabelfreien Hüfthosen.